3. Semester Deutsch
E s p e r a n t o
Unterrichtsvorschlag

Lernziel
Die Studenten reflektieren über Sprache als Kommunikation anhand des Beispieles von Esperanto. Der Anspruch von Esperanto auf universale Verständlichkeit und leichte Erlernbarkeit wird mit der Privatsprache des alten Mannes in Peter Bichsels Ein Tisch ist ein Tisch kontrastiert.

Einführung in das Thema
Aufgabe 1
Gruppen- oder Einzelarbeit
Wenn Sie eine 'ideale' Sprache entwickeln könnten, wie würde die Grammatik dieser Sprache aussehen? Was brauchen Sie absolut an Grammatik?
Was würden Sie eliminieren/vereinfachen? Geben Sie mindestens 4 konkrete Beispiele.
    Behalten:
  1. __________________________________
  2. __________________________________
  3. __________________________________
  4. __________________________________
    Eliminieren:
  1. __________________________________
  2. __________________________________
  3. __________________________________
  4. __________________________________

Arbeit im Plenum
Diskutieren Sie mit den Studenten ihre vorläufigen Ergebnisse. Weisen sie jetzt darauf hin, daß Esperanto eine künstliche Sprache ist, in der Grammatik und Wortschatz sehr einfach sein sollen. Die Studenten sollen dies selbst beurteilen.

Aufgabe 2
* Gehen Sie zu http://www.esperanto.de/dej/fragen/leicht.htm
Was lernen Sie über die Grammatik und Worbildung in Esperanto?
* Wählen Sie ca. 3 Grammatikpunkte aus. Beschreiben Sie kurz, wie diese Grammatik in Esperanto aussieht/funktioniert.
  1. ___________________________________________________________________
  2. ___________________________________________________________________
  3. ___________________________________________________________________

Aufgabe 3
Vergleichen Sie Esperanto (als Versuch einer Universalsprache) mit der Sprache des alten Mannes in P. Bichsels Ein Tisch ist ein Tisch. Finden Sie mindestens 3 Unterschiede:
  1. ______________________________________________________
  2. ______________________________________________________
  3. ______________________________________________________

Plenum
Sammeln Sie kurz die (Gruppen-)ergebnisse. Die Studenten beschreiben einige (linguistische) Merkmale von Esperanto.
* Finden Sie, daß Esperanto 'leicht' ist?
* Würden Sie gern richtig Esperanto lernen? Sehen Sie eine Zukunft für Esperanto? Ist es die universale Sprache der Wissenschaft und Völkerverständigung? Werden damit viele Sprachbarrieren überwunden?
* A B E R: Warum hat sich Esperanto nicht durchgesetzt? Was spricht gegen Esperanto? (Esperanto als eine künstliche Sprache hat keine kulturelle Identität, keine "Heimat". Der Sprecher ist kein Sprecher eines Volkes, einer organisch gewachsenen Sprachgemeinschaft. Esp. ist 'abstrakt')
* Esp. dient der Kommunikation, aber welches Kommunikationsbedürfnis wird von Esp. nicht abgedeckt? (Esp., könnte man einwenden, ist zu funktionell; es gibt keinen Slang, keine Idiome etc. Vielleicht machen gerade diese Unregelmäßigkeiten den 'Charakter', die 'Indidividualität' einer Sprache aus, an die der Mensch gewöhnt ist.

* Zum Vergleich von Esperanto mit der Privatsprache in Ein Tisch ist ein Tisch:
Beide operieren mit Definitionen, allerdings sind die Definitionen und Regeln in Esperanto logisch und im Tisch willkürlich. Außerdem ist die Sprache des Mannes nur eine Neudefinition von bereits existierenden Wörtern; Esperanto ist da kreativer und entwickelt natürlich ein umfassendes System.
Beide Sprachen sind Extremhaltungen: eine Sprache für alle; eine Sprache für einen Menschen. Auf der einen Seite Funktionalismus und auf der anderen Seite ein Ringen nach individuellem Ausdruck, das im Tisch in Isolation endet. Bewegt sich sprachliche Kommunikation immer zwischen diesen beiden Polen?

Worksheet for "Esperanto"
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